Nationalpark, 62 km von Agra entfernt
empfohlene Sehenswürdigkeit
Öffnungszeiten: 6:00–18:00 Uhr Apr–Sep, 6:30–17:30 Uhr Okt–Mär
Adresse: Bharatpur, Rajasthan
Eintrittspreis: Inder/Ausländer ₹75/500, Video ₹600/900, Guide pro Stunde ₹250, Fahrrad/Fernglas pro Tag ₹60/100
Besuchsdauer: Besucher verbringen hier in der Regel 2 bis 4 Stunden
Der Keoladeo-Ghana-Nationalpark, auch als Bharatpur-Nationalpark bekannt, ist ein Vogel- und Wildschutzgebiet in der Nähe der Stadt Bharatpur im Osten von Rajasthan. Das Schutzgebiet beherbergt eine außergewöhnliche Vielfalt an Pflanzen und Tieren und ist das ganze Jahr über vom Gesang der Vögel sowie den eindrucksvollen Balztänzen der Kraniche erfüllt.
Der Keoladeo-Nationalpark gilt als eines der bedeutendsten Brut- und Rastgebiete für Vögel weltweit und bietet unter anderem den stark gefährdeten Sibirischen Kranichen einen Lebensraum. Er gehört zum UNESCO-Welterbe.
Das Keoladeo-Schutzgebiet wurde vor rund 250 Jahren von den Herrschern Rajasthans entdeckt. Damals befanden sich in einer während des Monsuns überfluteten Senke dichte Wälder. Ab den 1850er Jahren nutzten die Maharadschas von Bharatpur das Gebiet als Jagdrevier. Während der britischen Kolonialzeit veranstalteten später auch die Vizekönige hier große Entenjagden.
Der Nationalpark verdankt seinen Namen dem Keoladeo-Tempel, einem dem Gott Shiva geweihten Heiligtum im Wald. Zwischen 1726 und 1763 ließ Maharaja Suraj Mal von Bharatpur den Ajan Bund errichten – einen Damm an der Mündung der Flüsse Gambhir und Banganga.
1972 wurden schließlich alle Jagdrechte der königlichen Familie aufgehoben. Am 10. März 1982 wurde das Gebiet offiziell zum Nationalpark erklärt. Gleichzeitig wurde den örtlichen Bauern das Weiden ihres Viehs innerhalb des Parks untersagt. Drei Jahre später nahm die UNESCO das Schutzgebiet in die Liste des Welterbes auf. Heute wird der Nationalpark vom Bundesstaat Rajasthan verwaltet.
Der Keoladeo-Nationalpark besteht aus Feuchtwiesen, Sümpfen und Wäldern, die etwa ein Drittel der insgesamt 7.100 Acres großen Fläche bedecken. Das Schutzgebiet umfasst Trockenwälder und Graslandschaften. Große Teile sind halbtrocken und von Sträuchern sowie mittelgroßen Bäumen geprägt. Die Feuchtgebiete liegen auf fruchtbarem Schwemmland der Indogangetischen Ebene. Natürliche Senken bilden zahlreiche Wasserflächen innerhalb des Parks.
Die Zugvogelsaison dauert von Oktober bis März. Zahlreiche Wasservogelarten aus China, Afghanistan, Turkmenistan und Sibirien verbringen den Winter im Keoladeo-Nationalpark. Insgesamt wurden hier rund 364 Vogelarten nachgewiesen. Darüber hinaus leben etwa 27 Säugetierarten, rund 50 Fischarten sowie 25 Schmetterlingsarten im Schutzgebiet.
Die Vegetation umfasst unter anderem Syzygium cumini (Jamun), Prosopis cineraria (Kandi), Acacia nilotica (Babul), Neolamarckia cadamba (Kadam), Capparis decidua (Karira), Zizyphus (Ber), Cynodon dactylon (Indisches Doab-Gras), Dichanthium annulatum (Marvel-Gras) sowie Salvadora oleoides und Salvadora persica (Piloo). Hinzu kommen 379 verschiedene Blütenpflanzenarten. Zahlreiche Insekten, Würmer und Weichtiere bilden die Grundlage der Nahrungskette und tragen wesentlich zum Gleichgewicht des Ökosystems bei.
Das Schutzgebiet ist täglich von 6:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet ₹75 für indische Besucher und ₹500 für ausländische Besucher. Für Videokameras wird eine zusätzliche Gebühr erhoben.
Im Nationalpark werden Tonga-Fahrten (Pferdekutschen), Ausritte, Fahrradverleih und Rikschafahrten angeboten. Für die Ausleihe eines Fahrrads müssen Sie am Schalter einen Ausweis hinterlegen.
Ein Guide ist nicht unbedingt erforderlich, da die Rikschafahrer während der Tour interessante Informationen geben können. Sie halten außerdem geduldig an, damit Sie in Ruhe fotografieren können.
Das hängt ganz von Ihren Interessen ab. Sie können 2 Stunden, einen halben Tag oder sogar den ganzen Tag dort verbringen und die außergewöhnliche Natur genießen.